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Aus Mangel an aktuellen Photohighlights mal ein ungewöhnliches Bild aus der Vergangenheit.
Ein kleiner Höhepunkt meines Biologiestudiums war die Möglichkeit, einen Elektronenmikroskopiekurs mitmachen zu können. Neben der Theorie arbeiteten wir auch mit Transmissions- und Raster-Eleketronenmikroskop. Mit letzterem durften wir dann im Anschluss auch einen Tag arbeiten. Das REM hat den klaren Vorteil, dass es leichter zu bedienen ist und schneller interessante Ergebnisse bringt – allein schon dadurch, dass man direkt etwas sieht und nicht erst auf die Entwicklung des Filmes warten muss.[newline]
Für alle, die es interessiert, eine kurze Erklärung, wie das Bild entstanden ist:
Das Objekt der Begierde muss schon im Vorfeld gut präpariert sein. Im Falle dieses Querschnittes durch einen 5jährigen Fichtenstamm hieß das: Einbetten des Material in spezielle Chemikalien, nachdem man mithilfe einer Alkoholreihe das Wasser entzogen hat (also mal den Alkohol nicht für den Menschen ;-). Das eingebettete Holz lässt sich nun mit einem Mikrotom in hauchzartfeine Scheibchen schneiden.
Oh, falsche Erzählung. Diese Präparation ist ja fürs Lichtmikroskop gedacht. Naja.[newline]
Fang ich noch mal an. Also fürs REM muss man natürlich keine Scheiben haben, da reicht ein Stückchen des Stammes, das man aber schon mit einigen Chemikalien behandeln muss und vor allem auf einem kleinen Klötzchen befestigen muss. Dieses Klötzchen stellt man nun in den Sputter. Dieses lustige Gerät bedampft die Oberfläche mit Gold. Leider ist die Menge so gering, dass man das Ganze hinterher kaum gewinnbringend verticken kann.
Solcherart präpariert wanders das Holzstück nun in das REM. Dazu muss man das belüftete Gerät öffnen und den Klotz auf einem von außen beweglichen Schlitten montieren. Nach dem Verschließen wird das REM evakuiert, also die Luft rausgelassen. Nun muss man eine Weile warten bis das nötige Vakuum entstanden ist und dann darf man das Filament zünden. Das ist eine Art Draht, der die nötigen Elektronen aussendet. In meinem Fall ist das Ding erstmal durchgebrannt. Aber Chef hat es wieder gerichtet.[newline]
Ist das Filament richtig heiß, kann man schließlich die vom Objekt der Begierde reflektierten Elektronen sehen bzw das Bild, das sie auf dem Bildschirm erzeugen. Nun kann man Hineinzoomen, mit den beiden Drehknöpfen die Lage verändern und, wenn einem die Sicht gefällt, auf den Auslöser der Rollfilmkamera drücken.
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Schade eigentlich, dass das meine einzige Begegnung mit der elektronenmikroskopischen Welt gebleiben ist.
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